Pop Up Dinner 1.0

Wie alles begann….

Wie fange ich nur an, wenn ich von meinem ersten Pop Up Dinner schreiben will? Vielleicht was mich bewegt hat und wie ich dazu kam, an einem so wunderschönen Ort für 21 Gäste zu kochen…

Immer wieder habe ich mich gefragt, ob mir mein Blog reicht? Reicht es mir, ein Gericht zu konzipieren, es zu kochen, mühevoll bei richtigem Licht zu fotografieren, um es dann kalt zu verspeisen?

Reichen mir „Gefällt mir“- Klicks und Beitragsreichweiten um festzustellen, wie vielen “Follower” mein Teller gefallen hat? Und kann ich dieses Lob überhaupt ernst nehmen, denn schließlich war ich die einzige, die den Teller aufgegessen hat und wusste, wie es geschmeckt hat?

Zwar sieht meine Küche nach dieser Aneinanderreihung von Prozessen aus, als hätte ich für 10 Personen gekocht, zufrieden bin ich jedoch trotzdem nicht.

Es gibt nur noch wenige Blogs, denen ich folge. Das wäre sicher anders, wären die meisten nicht ziemlich ähnlich! Viel Pastelltöne, verzierte Torten mit oft ungenießbaren – ja manchmal sogar giftigen Blumen, ab und zu ein Schnappschuss in die urbane Altbauwohnung mit nordischem Charme.

Immer mehr habe ich festgestellt, dass dies alles wenig mit echtem Genuss zu tun hat – ich wollte tiefer gehen! “Echte” Menschen mit “echtem” Essen zufrieden machen und begeistern. Ich hatte plötzlich zum Ziel, dass meine Gäste am Montagmorgen im Büro noch immer an mein Menü vom Samstagabend denken!

Mit dieser Idee kam ich im Winter zu Lucia Blummer in ihr wundervolles “Esszimmer” in Konstanz. Das ehemalige Pumpenhäuschen wurde liebevoll zu einem Restaurant/Café restauriert und bietet am Wochenende die Möglichkeit für Feste und Events.

Im Januar stand der Termin für mein erstes „Pop Up Dinner“ fest und von da an ging es los. Die Planung des saisonalen Menüs, Besuche bei meinen Lieferanten, probekochen, Weinproben, recherchieren, Kalkulationen und die aufregende Zusammenarbeit mit meinem tollen Team.

In der Küche sollte alles verwendet werden, was im Mai blüht und wächst. Bei der Auswahl des Menüs legte ich großen Wert auf den Einsatz von regionalen und saisonalen Produkten. Mein liebster regionaler Lieferant konnte mir alle Wünsche erfüllen und lieferte mir das beste Obst und Gemüse. Der Büffelmozzarella kam von Bobalis – einem Ökologischem Büffelhof in Brandenburg.

Die Herkunft der passenden Weine lag mir dabei ebenfalls am Herzen. Vom deutschen Szene Winzer bis hin zum traditionellen Familienbetrieb – es wurde probiert, überlegt und schließlich eine passende Auswahl getroffen.

Die „Mise-en-place“ war  bestens getaktet, Gemüse wurde geschnitten, Fleisch mit Gewürzen vakuumiert. Der Mönchsbart wurde ausgiebig geputzt und Tartlettes-Duft strömte durch das kleine Pumpenhäuschen.

Die Gäste konnten kommen und mit ihnen meine große Aufregung. 

Beim Apéro auf der kleinen Terrasse waren alle Strapazen und die Nervosität dann aber vergessen. Die Vorfreude meiner Gäste, die nicht wussten, was sie erwarten würden, war Entschädigung genug.

Begrüßt wurden alle mit Prosecco (Valdobbiadene Superiore DOCG Brut Althea) und selbst gerösteten Nüssen mit Koriandersamen und Ingwer. Das Menü kannte bis dahin noch niemand, und so huschten neugierige Blicke immer wieder Richtung offener Küche und Menütafel. Nach einer kleinen Begrüßung meinerseits, konnten alle Platz nehmen und den Abend genießen.

Der Abend stand für junge, innovative Ideen und der gemeinsamen Freude an gutem Essen. Dies ist mir Dank meines Teams und der tollen Gäste gelungen.

Menu

Mönchsbart und Onsen-Ei
Spargel-Quinoa-Salat, Salzzitrone, Büffelmozzarella
und gerösteter Buchweizen

Schweinefilet Sous Vide
Speck, Erbsenpüree,
Frühlingszwiebel und Sauerampfercreme

Rhabarber-Curd-Tartelettes mit Erdbeeren,
Sous Vide gegartem Rhabarber und Amaranth-Krokant

Edit 2019:
Nach dem ersten Popup Dinner 2015 wusste ich:
Unser „Pop Up“ sollte von da an regelmässig und am liebsten zu jeder Jahreszeit wiederholt werden und ein festes saisonales und kulinarisches Event werden, auf das sich meine zukünftigen Gäste freuen würden!

Ich war zu dem Zeitpunkt stolz, wie mein Blog mein Leben bereichert hatte, und war so gespannt, was mich noch alles erwarten würde!

Alle Fotos & Video c) by Roberta Fele.